Sonntag, 2. März 2008

Die ersten Monate des neuen Jahres

Hallo alle zusammen,

ja, ich geb's ja zu: es hat mehr als eine Weile gedauert, bis hier mal wieder was neues steht. Aber, was lange währt wird endlich böse (oder wie war das???)...Hier nun also ein paar Dinge, die hier seit dem Beginn des neuen Jahres passiert sind.

Fangen wir mal im Januar an:
Zu Beginn des neuen Jahres hatte ich erstmal Besuch aus Spanien - meine Birgit war mit mir hier in England. Wie einige von euch vielleicht schon im VZ gesehen hatten, haben wir uns hier so dies und das angesehen. Das Highlight für uns beide, war unser gemeinsamer Besuch in London. Wir haben uns am Morgen von Cambridge aus mit dem National Express nach Greater London gemacht und sind am frühen Vormittag an der Victoria Coach Station angekommen. Vor uns lag an diesem Tag ein langes Programm, da man aus der sehr begrenzten Zeit natürlich richtig was machen will. Auf dem Plan standen dabei die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, unteranderem Birgits Herzenswunsch: London Dungeon. Der erste Anlaufpunkt war allerdings Buckingham Palace.

Bei unserer Ankunft waren sehr viele zwischen Palast und Queen Victoria Memorial versammelt und die Polizei sperrte das Areal gerade für etwas ab, allerdings haben wir auch nach längerer Wartezeit nicht erfahren können was, sich dann wohl noch ereignen würde. Also haben wir uns auf den Spaziergang runter zum Parlament gemacht. Dafür nimmt man entweder die U-Bahn, oder man genießt die Zeit bei einem Spaziergang durch St. James's Park. Hier konnten wir eine heiße Tasse Kaffee genießen und beobachten, wie langsam immer mehr die Sonne hinter den dicken, grauen Wolken duchlukte. Am Parlament angekommen musste man natürlich die obligatorischen Bilder machen - und da man irgendwie ständig auf Touristen aus Deutschland stößt, hilft man sich gegenseitig und macht Bilder von einander, damit man auch mal gemeinsam auf den Bilder zu sehen ist.
Von dort aus ging es dann weiter mit der Underground ("Mind the Gap" - spezieller Gruß an Jana dabei *g*) zur London Bridge Station, wo wir uns dann in die Warteschlange zum London Dungeon eingereiht hatten. Nach einiger Wartezeit waren wir dann auch endlich drin und ich, der ich vor 10 Jahren da das letzte Mal war, muss schon sagen, dass sich sehr viel geändert hat. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie sehr man mit weiteren Themen, wie dem "Great Fire of London" oder "Jack the Ripper" Wert auf historische Korrektheit gelegt hat. Nach doch einiger Zeit im Dungeon - kam einem gar nicht so lang vor - sind wir weiter zum Tower of London, um dort bei einem wunderschönen orangenen Sonnenlicht und eindrucksvoller Kulisse noch etwas zu essen und wieder einen wärmenden Kaffee zu trinken, denn es war für (süd)englische Verhältnisse doch ganz schön kalt.
Vom Tower ging es dann wieder in die Underground und diesmal hoch zum British Museum, auf das wir uns beide schon sehr gefreut hatten. Besonders der Stein von Rosette und die Sutton Hoo Ausstellung hatten es uns angetan. Da man, natürlich, nicht alles in so kurzer Zeit sehen kann, haben wir uns erstmal die Dinge angesehen, die uns besonders am Herzen lagen. Der Rest muss bis auf den nächsten gemeinsamen Besuch warten...
Und neben dem Dungeon hatte sich Birgit dann noch einen Herzenswunsch erfüllt, den auch ich sehr schön fand: King's Cross - St. Pancras. Wer schonmal was von diesen Bahnhöfen gehört hat, der hat auch etwas von ihrer Geschichte gehört. Und wer sich dann auch noch für Geschichte fasziniert, für den ist dieser Ort im Zentrum dieser Weltmetropole einfach nur berauschend. Hier treffen schlichte und pompöse, klassische und moderne Architektur in so einer Art und Weise aufeinander, wie man sie wohl an kaum einem anderen Ort antrifft. Natürlich durfte aber auch das obligatorische "Touri-Foto" an der Plattform 9 3/4 nicht fehlen *g*...
Selbstverständlich war dies nicht der einzige Ausflug, den Birgit und ich unternommen haben. Wir besuchten auch die Kathedrale von Ely und konnten an einem (verspäteten) Weihnachtsgottesdienst teilnehmen. In dieser altehrwürdigen Kathedrale im Winter an einem solchen Ereignis teilzunehmen ist einfach nur eindrucksvoll. Der riesige Weihnachtsbaum unter dem gigantischen Oktagon in der Mitte des "Ship of the Fens", mit seinem warmen orangenem Licht, das man bis weithin über die Moorgebiete des umgebenden East Anglia sehen kann.

Auch die Marktstadt Bedford stand auf dem Programm, da es die Heimatstadt meiner "Gastmutter" ist. Sie und ihr Mann zeigen mir - und in dieser Zeit auch Birgit - das wunderschöne England. Besonders toll ist dabei, dass auch sie viele Orte sehen, von denen sie nichts wussten oder einfach nicht wussten, was es ist. So geht man immer gemeinsam auf Entdeckungsreise. Nach dem Besuch des Marktes in Bedford, den man gesehen haben sollte, wenn man wissen will, wie das normale, alltägliche Leben im Herzen Englands abläuft, hatte Marian extra für uns noch ein verspätetes traditionelles Weihnachtsmenü gezaubert - mit allem, was dazu gehört. Es war einfach nur genial. Kein Wort könnte umschreiben wie schön es war, dies in England zu erleben!
Ein anderer krönender Höhepunkt war unser Besuch in den alten Colleges der Cambridge University. Für den normalen Touristen verschlossen hatten wir die einmalige Gelegenheit uns diese Colleges anzusehen - hier mal ein Beweisfoto:
Natürlich mussten aber auch die üblichen Touri-Attraktionen abgeklappert werden, also King's College Chapel, die Mathematician's Bridge und das Fitzwilliam Museum. Aber auch hier war das entscheidende: Man hat es gemeinsam besucht!
Leider musste Birgit aber dann auch schon nach einer knappen Woche wieder abreisen. Da fällt der Abschied am Flughafen in Stansted schon ganz schön schwer. Noch schwerer ist es dann besonders, wenn man sieht, dass sich kleine Tränen in den Augen dieser schönen, jungen Frau bilden, weil es doch ganz schön schwer ist dann wieder ans andere Ende Europas zu fliegen.

Besonders für mich stand dann ein paar Wochenenden nach Birgits Abreise wieder ein Highlight auf dem Plan, als ich mit Marian und Richard (meine "Adoptiveltern", wie sie sagen *g*) nach Northamptonshire aufgebrochen bin, um die Dörfer Earls Barton und Brixworth zu besuchen. Falls euch das jetzt nix sagt, dann ist das ganz und gar nicht schlimm, denn diese beiden Orte kennen wohl nur wenige - meistens kennen sie nur so Altenglischverrückte, wie ich... Hier stehen zwei alte Kirchen, die noch (fast) vollständig aus der angelsächsischen Zeit stammen. Ich will euch hier mal nicht mit Details langweilen. Es sei nur gesagt, dass All Saints' Earls Barton seit mindestens dem Jahr 970 (also der Zeit König Edgar the Peaceful) und Brixworth Church seit ca. dem Jahr 750 existieren. Ist schon beeindruckend, wie viele Jahrhunderte diese Mauern überdauert haben.

Im Februar war leider nicht so viel los, da der Schulalltag einfach zu viel Tribut forderte. Außer einem Ausflug in die großartige Kathedrale von Peterborough war in England nicht viel zu verzeichnen. Diese Monument, nicht weit von meinem Wohnort, ist von daher beeindruckend, da es das Beispiel für Kathedralen wie die in Lincoln war. Mit ihren drei gigantischen Frontbögen zählt sie zu einer der schönsten Kathedralen der romanischen und gotischen Baukunst in England. Der hintere Teil der Kathedrale, "The 'New' Building", wurde zwischen 1496 und 1509 von John Wastell, dem Erbauer der King's College Chapel, gestaltet - was man auch deutlich sehen kann *g*. An der Westfasade blicken dabei die Statuen verschiedener Heiliger auf den Besucher herab. Aber auch eine Statue von Queen Elizabeth II findet sich in "the most magnificent porico in Europe".


Und dann ging es ja im Februar auch mal wieder nach Spanien (aber dazu im nächsten Beitrag)...


Hier erstmal herzliche Grüße an alle Leser


Euer Jens

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